Mittwoch, 25. Februar 2009

Emil Nolde: "Mein Land am Meer"





Die 53. Jahresausstellung des Nolde-Museums zeigt diesmal einen Querschnitt durch das Gesamtwerk des Künstlers, setzt seinen Schwerpunkt aber auf die unmittelbare Umgebung Noldes, auf „sein Land am Meer“, das ihm Heimat und Welt zugleich war.

Nach seiner Südseereise und einem Aufenthalt auf der Ostseeinsel Alsen zog es Emil Nolde zurück in die Marschlandschaft seiner Heimat. Die Utenwarft und die Gegend um den Rüttebüller See, beide in unmittelbarer Nähe seines späteren Wohnsitzes Seebüll, boten ihm mehr Inspiration als die Südsee-Landschaft. „In der kühlen Zone unserer nordischen Länder“ so schreibt er, „wo die sattgrünen Wiesen sind, wo in feuchten Septembertagen die Blumen so wundervoll leuchten, und wir die langen, in Glut glühenden Morgen- und Abendhimmel haben, da ist es vollfarbiger als unter der bleichenden, brennenden Äquatorsonne.“

Nur hier fand Nolde die Motive, die ihn berühmt und so unverwechselbar machten: die dramatischen Wolkenstimmungen, die Naturgewalten von Wind und Meer, der weite, unverstellte Blick.

Der Ausstellungsakzent liegt daher auch bei den Landschaftsbildern, der größte Teil davon sind Aquarelle und Tuschepinselzeichnungen; aber auch ein eigenes Kabinett mit kleinformatigen Kreidezeichnungen wird vor allem die regelmäßigen Nolde-Museums-Besucher begeistern, finden sich dort doch zahlreiche Vorlagen für spätere Aquarelle und Ölbilder. Gleichzeitig belegen sie überzeugend, dass Nolde durchaus auch im kleinen Format zuhause war und man diese Skizzen ebenso als eigenständige Kunstwerke werten kann.

Im großen Bildersaal erwarten den Besucher auch in diesem

Jahr wieder Werke, die in Seebüll bislang noch nie zu sehen waren: die „Waldlichtung“ von 1909, ein eher untypisches Motiv, der „Dampfdrescher“ (1911) - sozusagen ein ländliches Motiv früher Industrialisierung, den „Steuermann“ (1919) und „Flox und Fuchsschwänze“ (1940), eines der wunderbaren Blumenbilder Noldes. Erfreulich ist auch, dass in diesem Jahr das neunteilige Werk „Aus dem Leben Christi“ vorübergehend durch 7 Gemälde des Martyriums ersetzt wurde (1915-1925). Diesem Zyklus liegen keine konkreten Bibelstellen zugrunde, sie beziehen sich jedoch deutlich auf die Zeiten der frühen Christenverfolgung: Menschen, die von Löwen zerfleischt werden, andere, die bei lebendigen Leib verbrannt werden. Die Gemälde sind von geradezu einschüchternder und brutaler Direktheit. Nolde selbst wollte damit alles „Hohle und Falsche“ in der Welt anprangern.

Zwei weitere Kabinette kontrastieren bewusst mit den nordfriesischen Landschaftsbildern. Ein Raum präsentiert ausschließlich Dschunken-Aquarelle, die während Noldes Chinareise 1913 entstanden sind. Immer wieder unternahm der Künstler Dampfbootfahrten auf dem Han-Fluss und dem Jangtsekiang und brachte wie „ein Besessener“ die exotische Wasserwelt der chinesischen Fischerboote und der emsigen Händler aufs Papier. Ein zweiter Kabinettraum zeigt Arbeiten von der „Medizinisch-demographischen Deutsch-Neuguinea-Expedition“, an der Nolde 1913/14 teilnahm. Hier reizten ihn vor allem „der Ausdruck und Charakter des dunklen Menschen“, das dörfliche Leben und das „Urwesenhafte“ der Eingeborenen.

Ergänzend zum Ausstellungsprogramm wird es in diesem Jahr wieder die „Malschule Seebüll“ mit zahlreichen Kursen und Workshops geben sowie ab Mai Führungen durch den Noldegarten (Dienstags, ab 15 Uhr).


Nolde-Museum Seebüll. „Mein Leben am Meer“ – Heimat und Welt.

Bis 2.12.2009: 10-18 Uhr. Juni-Sept. donnerstags bis 20 Uhr. Nolde Stiftung Seebüll, 25927 Neukirchen

Telefon +49 (0)4664-98 39 30, Telefax +49 (0)4664-1475

info@nolde-stiftung.de; www.nolde-stiftung.de.

Eintritt: 8,- € Erwachsene; 3,- € Kinder/Studenten; 30,- € Jahreskarte.

Restaurant Seebüll:

Tägl. von 9-23 Uhr. Tel.: 04664/983970


Dienstag, 10. Februar 2009

Nordseekunst und Kinderkunst: ein konzentrierter Blick auf die regionale Kunstszene

Im sechsten Ausstellungsjahr richtet das Tönninger Hotel Miramar (Eiderstedt/Schleswig-Holstein) seinen Schwerpunkt neu aus. Im Mittelpunkt stehen diesmal Künstler der Region, die thematisch die Aspekte „Nordsee“ und „Kinder“ ins Auge fassen und zum Teil gezielt zu ausgeschriebenen Motti Arbeiten schaffen.

Zwei der Ausstellungen werden in Zusammenarbeit mit dem „Kunst Klima“ durchgeführt. Kunst-Klima ist ein Projekt von über 50 Eiderstedter Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit gemeinsamen Ausstellungen und Broschüren einer interessierten Öffentlichkeit vorstellen (http://www.kunstklima.de/kk.htm). Der Begriff „Kunst-Klima“ ist dabei ganz wörtlich zu nehmen: denn wer hier im rauen Klima der Nordseeküste wohnt, ist natürlich auch direkt von der Landschaft und seinen Besonderheiten beeinflusst und lässt dies in seine Arbeiten mit einfließen.

Zum Saisonstart am 15. März zeigen Künstler daher Werke zum Thema „Nordseefrühling“, die größtenteils eigens für diese Ausstellung entstanden sind und von einer fachkundigen Jury ausgewählt wurden. Der regionale und der jahreszeitliche Bezug sollen dabei deutlich zum Ausdruck kommen (bis 3. Mai).

Ab 16. Mai (bis 21.Juni) zeigt das Hotel Miramar die Ergebnisse des diesjährigen Plakatwettbewerbs der Kreisverkehrswacht Nordfriesland, der in diesem Jahr bereits zum achten Mal stattfindet und unter dem Motto „Bleib cool!“ steht. Teilnehmen können alle Schüler der 3. bis 9. Klassen der Eiderstedter Schulen. Die Siegerehrung findet am Eröffnungstag um 14 Uhr statt. Interessenten wenden sich an die Initiatioren Hans-Joachim Sievers (04861/327) oder Günther Lefeber (04861/610910).

„Sommerkinder am Meer“ beschreibt das Thema des sommerlichen Ausstellungsprogrammes, das vom 5. Juli bis 30. August läuft. Erneut erarbeiten Künstler des Kunst-Klimas themenspezifische Bilder, um möglichst facettenreich die Vielfalt der regionalen Kunst zu präsentieren.

Geplant ist auch ein Sommerferienprogramm für Daheimgebliebene und Touristenkinder; Aktionen wie Malschule, Puppentheater, Erlebnispädagogik sollen den Kultursommer im Miramar abrunden.

Parallel zum Foto-Festival Nationalpark Wattenmeer "Welterbe - Natur vom Feinsten" vom 18. - 20. September 2009 in Husum findet vom 6. September bis 31. Oktober eine Fotoausstellung mit Arbeiten der beiden Biologen und Fotografen Dr. Ulrike von Hoerschelmann und Dr. Martin Stock statt. „Wattenmeerzwerge als Bilderriesen“ entstanden hauptsächlich im Multimar Wattforum und zeigen den einzigartigen Lebensraum des Wattenmeers in ungewohnten und faszinierenden Perspektiven und Ausschnitten.

Als Jahresausklang ist eine Ausstellung zum Thema Rungholt geplant, eine Kombination aus kulturhistorischer und künstlerischer Auseinandersetzung mit der versunkenen Stadt (u.a. mit dem Künstler Hadi Knütel). Parallel dazu wird es außerdem eine Art „Familienausstellung“ geben: ein künstlerisches Zusammenspiel von Veró, Pijk Asso (alias Beate und Alois Herr) und eventuell deren Tochter, der freischaffenden Topographiekünstlerin Stefanie Herr.


Hotel Miramar, Westerstr. 21, 25832 Tönning, Tel.: 04861-9090. Öffnungszeiten: tägl. 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr. http://www.miramar-hotel.de/

Veranstaltungs- und Presseinfos: info@k-a-t-i.de