Samstag, 25. Juli 2009

Museum "Kunst der Westküste"



„Nee, wi hebb`n eenmol en Maler hat [...] nie wedder wüll`n wie en Maler hebb`n“ – so urteilte Grethjen Hayen von „Grethjens Gasthof“, einst berühmter Künstlertreffpunkt im Ortkern von Alkersum auf Föhr.

Sie konnte nicht ahnen, dass heute über 480 Arbeiten solcher Maler ihre Heimat im neuen Museum Kunst der Westküste gefunden haben – direkt neben dem neu erbauten Gasthof.

Dr. Frederik Paulsen trägt seit nunmehr 10 Jahren Gemälde von Künstlern zusammen, die eines verbindet: sie alle haben an der Westküste gemalt, im Einflussbereich der friesischen Seefahrer zwischen Bergen (in Holland) und Bergen (in Norwegen). Historisch ist die Sammlung zwischen Realismus und Impressionismus verankert, zwischen 1830 und 1930.

Frederik Paulsen fühlt sich als „Ferringer“, als einer, der seine innere Heimat auf Föhr hat.

Er ist zwar in Schweden aufgewachsen, pendelt zwischen Kopenhagen, der Schweiz und Paris, aber seine Wurzeln liegen im Friesischen. Von Föhr, aus einer alteingesessenen Familie, stammt sein Vater Friedrich, später Frederik Paulsen (1909-1997), der 1950 in Schweden „Ferring Pharmaceuticals“ gründete, ein heute weltweites Pharmaunternehmen, dessen Leitung der Sohn 1983 übernahm. Im selben Jahr gründete Paulsen sen. die Ferring Foundation auf Föhr. Mit seiner Sammlung „Kunst der Westküste“ setzt sein Sohn Frederik Paulsen also eine kulturstiftende Tradition fort: ein Geschenk nicht nur für die Ferringer, sondern auch eine Hommage an den Vater.

Gründungsdirektor Dr. Thorsten Sadowsky, der übrigens zum Jahreswechsel nach Ulm wechselt und von Prof. Ulrich Schulte-Wülwer abgelöst wird, hat für die 6 Ausstellungsräume 250 Bilder ausgewählt und lädt zu einer Reise entlang der Nordseeküste ein. Ausgangspunkt des Rundgangs ist der großzügige, fast kathedralenartig anmutende Saal, der diesmal topografisch mit der hiesigen Westküste und Nordfriesland beginnt. Die Salonhängung zeigt eine Fülle von Repräsentanten der Freilichtmalerei und Wegbereiter der Moderne in Norddeutschland wie Hans Olde, Jacob Alberts, Otto Heinrich Engel oder Emil Nolde.

Weiter geht es mit niederländischen Künstlern wie Vertretern der Haager Schule (Willem Mesdag, Jozef Israels) oder solchen, die holländische Motive aufgriffen wie der Begründer der „Berliner Secession“ und „Deutsche unter den Holländern“ Max Liebermann. Der Westküste nördlich folgend, stoßen wir auf die Maler des Lichts, die dänische Künstlerkolonie Skagen, allen voran Peder Severin Krøyer und das Malerehepaar Michael und Anna Ancher.

Den Abschluss dieses geographisch-künstlerischen Streifzugs bilden die Maler der norwegischen Fjordlandschaften (Hans Frederik Gude oder Gerhard Munthe). Auch Arbeiten des jungen Edvard Munch sind hier zu entdecken.

Einen zeitgenössischen Akzent setzt die 30m-lange begehbare Strecke „Light bridge“ von Mischa Kuball, die mit blauem Licht Wellenbewegungen simuliert. Speziell für Kinder und Jugendliche wurde der Projektraum „Blaue Stube“ eingerichtet: hier kann Seemannsgarn gesponnen werden und „das Blaue vom Himmel versprochen“ werden.

Die Ausstellungskonzeption soll regelmäßig verändert werden, auch Sonderausstellungen, Lesungen, Vorträge und Kulturveranstaltungen sind geplant.


Dr. Thorsten Sadowsky, Gründungsdirektor:


Prof. Dr. Ulrich Schulte-Wülwer; Direktor des Museumsbergs Flensburg; ab 2010 neuer Direktor des Museum "Kunst der Westküste":



Gregor Sunder-Plassmann; Architekt des Museumsbaus; im Hintergrund die beeindruckende Innenarchitektur:


Eine Fotostrecke mit Außen- und Innenansichten des Museums sowie einen Hintergrundbericht finden Sie in den nachfolgenden Beiträgen!


Fotostrecke "Museum Kunst der Westküste"


Der Eingangsbereich; rechts: Grethjens Gasthof:




Ansichten aus dem Museumsgarten:






Innenansichten

Salonhängung:



Weitere Ausstellunsgräume:





"Light Bridge" und "Blaue Stube":





Lesen Sie auch den nachfolgenden Bericht:

Neues Museum auf Föhr

Am 31.Juli 2009 wird in Alkersum auf Föhr das neue "Museum Kunst der Westküste" eröffnet.

Fakten und Hintergründe:

Das Museum wurde nach Entwürfen des renommierten Architekten Gregor Sunder-Plassmann in dreijähriger Bauzeit fertiggestellt. Der Gebäudekomplex mit über 900qm Ausstellungsfläche und einem anmutigen Museumsgarten, der sich harmonisch in das Dorfgefüge von Alkersum einreiht, soll zu einem Ort der Begegnung der Föhrer und ihrer Gäste werden. „Grethjens Gasthof“, der legendäre Künstlertreff früherer Zeiten, wurde im Stil eines skandinavischen Herrenhauses wieder seiner ursprünglichen Funktion zugeführt. Die Museumsarchitektur spielt mit ihrem Grundriss, den Reetdachflächen und modernen Bauelemente wie dem glasverspiegelten Wandelgang auf die regional-typische Architektur an. Der Hauptausstellungssaal zitiert die Schlichtheit historischer Scheunenbauten. Durch den geschickten Einsatz von Licht und Glas wird der gesamte Museumstrakt mit Tageslicht beleuchtet, das durch das Wechselspiel von Sonne und Wolken reizvolle Akzente setzt.

Der Museumsbau wurde mit insgesamt 13,2 Millionen Euro finanziert, wovon 2,7 Millionen aus Landesprogrammen zur ländlichen Entwicklung in Schleswig-Holstein stammen. 1,3 Millionen werden als Jahresbudget eingeplant. Angestrebt werden im ersten Ausstellungsjahr 30.000 Besucher.


Adresse:

Museum Kunst der Westküste
Hauptstraße 1; 25938 Alkersum/Föhr

Telefon +49(0)4681-74740-11
www.mkdw.de

Öffnungszeiten: 1. März bis 30. September: 10 - 17 Uhr; Donnerstags: 10-20 Uhr.

1. Oktober bis 14. Januar: 12-17 Uhr; Montags Ruhetag; Vom 15. Januar bis 28. Februar bleibt das Museum geschlossen.

Am 31. 7. findet die offizielle Eröffnungsfeier verbunden mit einem Dorffest zu Ehren des 100. Geburtstages von Frederik Paulsen sen. statt.

Am 1. und 2. August ist der Eintritt kostenlos.

Zur Eröffnung ist ein Katalog im Boyens-Verlag erschienen:

Thorsten Sadowsky (Hrsg.): Von Bergen bis Bergen. ISBN 978-3-8042-1294-7




Donnerstag, 23. Juli 2009

Krimidinner bei den "Sommerkindern"



Im Rahmen seines Sommerprogrammes lädt das Hotel Miramar in Tönning am 1. August zu einem ganz besonderen lukullischen Abend ein. Im hoteleigenen Restaurant „Windrose“ findet ein Krimi-Dinner mit dem Darmstädter Schauspieler-Duo „Schnack & Schnick“ (Elke Colon und Rüdiger Michel - http://schnackschnick.npage.de/) statt. Ein exklusives 3-Gang-Menü wird mit einer Lesung, die von tödlichen Genüssen erzählt, kombiniert. In vier Leseblöcken werden die Zuhörer mit Kurzgeschichten in das Dickicht von Verrat und Mord entführt: der eine füttert seine Mutter zu Tode, eine andere inszeniert in einer Erzählung von Roald Dahl den perfekten Mord mit einer Lammkeule, und zum Dessert wird eine satirische Persiflage auf die so beliebten Fernsehkochshows serviert. Ein Abend voller Spannung für Genießer, die gerne alle Sinne zugleich verwöhnen lassen wollen.

Noch bis zum 30. August läuft die aktuelle Ausstellung „Sommerkinder“, die kürzlich neu gestaltet wurde und vor allem durch Werke der KUKIs, unter der Leitung der Kunstpädagogin Regina Janzen, ergänzt wurde.

Inspiriert von der Niki de Saint Phalle-Ausstellung auf Schloss Gottorf haben die die jungen Künstler Arbeiten im Stil der „Nanas“ entworfen, u.a. eine ca. 2m große Figur, die „kecke Kiki“, die gegen ein Spenden-Höchstgebot ersteigert werden kann! Das Geld kommt ausschließlich den KUKI-Kindern zugute, um Materialien anzuschaffen und um weiterhin auf hohem Niveau pädagogische Arbeit leisten zu können.

Die gebürtige Russin Elena Steinke hat ebenfalls neue Arbeiten aus ihrem Breklumer Atelier beigesteuert; obwohl ihre symbolistisch anmutenden Bilder mit ihrer Nähe zu Ikonen und der beinahe mythisch-allegorischen Farbigkeit auf den ersten Blick mit den KUKI-Arbeiten zu kontrastieren scheinen, ergeben sie doch in der Gesamtsicht einen harmonischen Zusammenklang.


Krimi-Dinner mit dem Duo „Schnack & Schnick“: 1.8.2009, 19 Uhr.

Um Anmeldung wird gebeten: Tel.: 04861-9090.

Hotel Miramar, Westerstr. 21, 25832 Tönning. Öffnungszeiten: tägl. 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr. http://www.miramar-hotel.de/