Montag, 31. August 2009

Pole-Poppenspäler-Tage Husum 2009




Die Pope-Poppenspäler-Tage in Husum stehen in diesem Jahr zwar unter keinem speziellen Motto, aber dennoch könnte man das Programm des 26. Internationalen Figurentheaterfestivals it den Worten "Alte Pfade - Neue Wege" überschreiben.

Nach über 25jähriger Tätigkeit ziehen sich nämlich Gila Terheggen, eine der Initiatorinnen des Festivals, und Antje Fischer aus dem aktiven Vorstandsleben zurück. An ihre Stelle treten nun Isgard Terheggen und Ruth Zimmermann in den Vorstand des Pole-Poppenspäler-Förderkreises. Gemeinsam mit Birgit Empen und Dr. Astrid Fülbier werden sie die Festivals der kommenden Jahre sicherlich ebenso erfolgreich weiter führen und organisieren.

In diesem Jahr ist die Palette der Spiele besonders vielfältig. Vielleicht weil sie sozusagen die Handschrift des alten und des neuen Teams trägt. 60 Veranstaltungen werden präsentiert und über 20 Bühnen gastieren während der 10tägigen Spielsaison, so dass sich große und kleine Freunde des Puppenspiels wohlfühlen werden. Da gibt es Stücke, die schon für die ganz Kleinen geeignet sind: so ist „Winni Puuh“, die Geschichte vom tollpatschigen, liebenswürdigen Bären, schon für Kinder ab 3 Jahren inszeniert, genauso wie „Fiete Anders“, das rot-weiß-gestreiften Schaf, mit dem das THEATRINUM Figurentheater die Besucher „raus aufs Land“ locken will.

Nach der Eröffnung mit einer Aufführung des beliebten Dornerei Theaters, die diesmal mit „Don Camillo und Peppone“ viele Lacher auf ihrer Seite haben werden, geht es am Samstag gleich mit einer XXL-Theaternacht im Husumer Schloss weiter. Hier werden „Zwiegespräche mit Gott“ geführt, „Rothäppchen“ serviert und eben im wahrsten Sinne des Wortes „bit in de Poppen“ gespielt.

Zwei Puppenbühnen haben den Maler Paul Klee, sein Leben und Werk zu ihrem Thema gewählt. Zwei spannende Adaptionen eines nicht einfachen Malerlebens, die sowohl für Kinder als auch Erwachsene aufbereitet wurden.



Wie in jedem Jahr gibt es auch ein umfangreiches Beiprogramm mit Vorträgen, Lesungen und Führungen. In der Reihe „Puppenspieler stellen sich vor“ stehen diesmal Harald und Johanna Sperlich im Mittelpunkt, bekannt als das „Hohenloher Figurentheater“. Während des Festivals zeigen sie diesmal „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt und ein Märchen nach der Vorlage „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Schon Harald und Johanna Sperlich entstammen traditionellen Puppenspielerfamilien. Und nun setzt sich die Geschichte in der nächsten Generation fort: Virgina (geb. Sperlich) und Stefan Maatz sind mit ihrem Theater „Con Cuore“ ebenfalls vertreten.

Und auch sonst versprechen die Poppenspäler-Tage wieder spannende Momente: man begegnet dem „fliegenden Roland“, „schwarzen Schafen“; „Ronja Räubertochter“ oder einer Kabarett- und Entertainmentshow mit Menschen und Puppen („Bert Engel Show“) – eben Puppenspielerkunst auf höchstem Niveau.


„Pole Poppenspäler Tage“ 26. Internationales Figurentheater Festival. 18. – 27. September 2009.

Programm und Karten: 04841-63242.

www.pole-poppenspaeler.de

Poppenspäler Museum: Erichsenweg 23, am Schlosspark, 25813 Husum; tägl. (außer Sa.) 14-17 Uhr; Mo., Di., Fr. u. Sa. 10-12 Uhr.

Montag, 24. August 2009

Wattenmeerzwerge als Bilderriesen


Als Programmpunkt des 3. Foto-Festival Nationalpark Wattenmeer "Welterbe - Natur vom Feinsten" vom 18. - 20. September 2009 in Husum findet vom 6. September bis 31. Oktober eine Fotoausstellung mit Arbeiten der beiden Biologen und Fotografen Dr. Ulrike von Hoerschelmann und Dr. Martin Stock im Hotel Miramar (Tönning/Eiderstedt) statt. Die Motive „Wattenmeerzwerge als Bilderriesen“ entstanden hauptsächlich im Multimar Wattforum in Tönning und zeigen den einzigartigen Lebensraum des Weltnaturerbes Wattenmeer in ungewohnten und faszinierenden Perspektiven und Ausschnitten.

Beim Stichwort „Watt“ denkt man zunächst meist an grauen, unansehnlichen Schlick. Man vergisst dabei leicht, dass sich darin vielfältige Lebewesen verbergen und das Wattenmeer ein einzigartiges Ökosystem ist, das seine Schönheit eben erst auf den zweiten Blick offenbart.

Diesen Blickwinkel einzunehmen und die bunte Welt der „Wattenmeerzwerge“ zu entdecken, dazu laden die beiden Fotografen ein. Um die Besonderheiten dieser Welt zu enthüllen, benötigt man Geduld, genaue Beobachtungsgabe und einen Sinn für die Strukturelemente dieser Meereslandschaft. Martin Stock drückt das so aus: „Mich reizt die ungewohnte Perspektive und der extreme Ausschnitt, um den Charakter und die Großzügigkeit der Wattennatur mit minimalistischen Gestaltungsmitteln ins Bild zu setzen“.



Wie Stock ist auch Ulrike von Hoerschelmann von dieser Tier- und Pflanzenwelt fasziniert, denn oft überrasche das Unscheinbare mit seiner Prächtigkeit erst bei genauem Hinsehen, wie sie selbst über ihre Arbeiten schreibt. „Eine Grundmotivation für mich besteht darin, wissenschaftliches Wissen in anderer Form zu präsentieren. Jeder einzelne kann aufgrund seines speziellen Erfahrungshintergrundes Möglichkeiten entwickeln, einen persönlichen Zugang zu finden.”


Es gibt also viel zu entdecken in dieser Ausstellung. Und wenn auch der Betrachter bereit ist, sich auf die ungewöhnlichen Details und Ausschnitte einzulassen und einmal selbst eine andere Perspektive einzunehmen, dann wird auch er eine Welt entdecken, von der er bisher nicht einmal wusste, dass es sie gibt.

Martin Stock arbeitet als Biologe in der Monitoringabteilung im Nationalparkamt Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Außerdem ist er als Fotograf im Nationalpark unterwegs; aus dieser Tätigkeit ging eine Reihe von Publikationen, Kalendern und Bildbänden hervor. In den letzten Jahren hat er das Fotoprojekt „Wandel im Watt“ ins Leben gerufen. Seit einiger Zeit sind seine Bilder auch als Diavographien oder Fine Art Objekte auf Leinwand in verschiedenen Ausstellungen zu sehen.

Ulrike Hörschelmann studierte und promovierte im Fach Biologie und arbeitete als Biologin in den Bereichen Forschung, Naturschutz, Umwelt- und Erwachsenenbildung sowie Fotografie. Nach der Absolvierung eines zusätzlichen Lehramtsstudiengangs ist sie heute als Lehrerin in der Gemeinschaftsschule Tönning tätig. Durch die Beschäftigung mit der Makrofotografie, vor allem hinsichtlich biologischer Strukturen und damit verbundener ökologischen Fragen, kam sie dazu, sich speziell im Bereich Fotografie weiterzubilden. Seit 2005 zeigt sie ihre Arbeiten auch in Ausstellungen.




Dauer der Ausstellung: 6. September bis 31. Oktober 2009.

Hotel Miramar, Westerstr. 21, 25832 Tönning, Tel.: 04861-9090. Öffnungszeiten: tägl. 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr. http://www.miramar-net.de; http://www.posterinxl.de

Bei Tante Emma



Der historische Kolonialwarenladen der Familie Peters von 1820, der heute unter dem Namen „Haus Peters“ als Museum im Eiderstedter Tetenbüll bekannt ist, lädt die Besucher mit der aktuellen Ausstellung zu einer nostalgischen Zeitreise ein. „Als Tante Emma noch bediente“ wird viele zurückführen in ihre Jugendzeit, als es noch Himbeerdrops, Brausetaler und weiße Schaumgummimäuse einzeln für Pfennigbeträge zu kaufen gab und die persönliche Beziehung von Käufer und Verkäufer noch geschätzt wurde. Während man sich heute in den anonymen Selbstbedienungsläden der großen Warenhausketten zwischen zahlreichen Marken kaum entscheiden kann, war es noch bis in 1970er Jahre üblich, das zu nehmen, was „Tante Emma“ eben im Laden vorhielt. Heute würden dies die meisten Kunden als Zumutung empfinden, aber so manch einer wird dennoch bedauern, dass mit dem Sterben der Klein- oder Eckläden auch der Charme einer Zeit verschwand, die noch nicht so konsumorientiert war wie die heutige Gesellschaft.

Und für genau diese Personen ist diese Ausstellung gemacht.



Die historische Ladentheke mit der Kolonialwarenausstattung zur typischen Lagerung von Artikeln wie Kaffee, Tee, Zucker, Tabak, Gewürze oder den Rum- oder Essigfässern ist natürlich der perfekte Einstieg. Ergänzt wird dieser „Festbestand“ des Museums durch einen Einblick in die Geschichte des Ladens der Familie Peters (gegründet 1820) sowie die der „Tante-Emma-Läden“ und ihrem typischen Warenbestand. Es werden Produkte in ihrer historischen Gestalt präsentiert und ihre Entwicklung und Produktion dokumentiert. So stößt man immer wieder auf vertraute Marken wie z.B. Rama oder Sanella, die es auch heute noch gibt und die mittlerweilen großen, internationalen Konzernen gehören.

Die Ausstellung bietet natürlich viele Wiedererkennungseffekte. Altbekanntes und scheinbar Vergessenes kommt wieder ins Bewusstsein und die „gute alte Zeit“ rückt ein Stück näher. So wie einst der Kaufmannsladen der Mittelpunkt des Dorfes war, an dem Klatsch und Neuigkeiten ausgetauscht wurden, so kommt man auch heute schnell mit anderen Besuchern ins Gespräch, weil man Erinnerungen teilt. Kinder erfahren, wo ihre Groß- und Urgroßeltern einst eingekauft haben und vielleicht kann man der jungen Generation von heute auf diesem Wege spielerisch bewusst machen, dass die heutige Vielfalt an Angeboten nicht immer selbstverständlich war.



Haus Peters Tetenbüll

„Als Tante Emma noch bediente“

Bis 20.9. 2009

Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr

Montags geschlossen! Eintritt frei!

25882 Tetenbüll • Dörpstraat 16 • (Dorfmitte)

Info unter 04862 – 681