Sonntag, 21. November 2010

Julbaum - Julboom - Jöölboom

Der friesische Weihnachtsbaum



Die Tradition des friesischen Weihnachtsbaums, des Julbaums (im Sylter Friesisch Jöölboom, im Föhringer Friesisch Kenkenbuum) ist eine Variante des klassischen Weihnachtsbaums, die ca. im Mitte des 19. Jahrhunderts an der nordfriesischen Küste und vor allen auf den Inseln sozusagen aus der Not geboren wurde.

Es gab in dieser Gegend kaum Tannenbäume oder andere geeignete Nadelgewächse, die man als Weihnachtsbaum hätte verwenden können.
Man behalf sich daher mit einem einfachen Holzgestell, oben mit einem Rundbogen, das mit immergrünen Zweigen - z.B. Buchsbaum oder Efeu - verziert wird. Der Bogen, der in späteren Zeiten und heute meist mit vier Kerzen - analog zum Adventskranz - besetzt ist, symbolisiert den Jahreslauf und das immergrüne Laub die Hoffnung und Gewissheit, dass nach dem Winter auch immer wieder der Frühling kommt.

Das Gestell wird mit einer Reihe von Figuren geschmückt, die oft aus Teig gefertigt sind und Kenkentjüch heißen.
Traditionell finden sich am Fuße des Julbaums Adam und Eva unter einem Baum mit Schlange, die für den Anfang alles Lebens stehen, für die Erkenntnis - und natürlich für das Christentum.
Es folgen: Fisch und Segelschiff, die das Meer, den Fischfang, das Leben und die Arbeit mit und am Meer symbolisieren. Eine Mühle steht für den Wind. Die Landwirtschaft wird durch Schwein und Kuh, in manchen Varianten auch durch Lamm oder Pferd, repräsentiert. Über allen Figuren drohnt mittig ein Hahn - als Wächter, Mahner und Schutz vor dem Feuer.
Man nimmt heute an, dass dieses Gestaltengebäck seinen Ursprung in heidnischen Opfergaben an Wodan, Donar und Frigga hatte, entweder symbolisch für tatsächliche Opferungen von Tieren oder als sog. Opferbrot für Götter.
Man erhoffte sich damit sozusagen den Segen für ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr für die Bauern und Seefahrer.



Oft wird den Julbaum noch mit Ketten aus Rosinen, mit Äpfeln oder anderem Trockenobst behängt. Sie stehen für die Keimfähigkeit des Lebens.
Je nach Größe des Baumes können natürlich ebenso kleine Geschenke daran gehängt werden.



Montag, 20. September 2010

Foto-Festival „NationalparkWattenmeer“ und Fotowettbewerb in Husum



Foto: Martin Stock


Am 29. April 2011 startet das vierte Foto-Festival Nationalpark Wattenmeer mit Vorträgen, Workshops und einem Fotowettbewerb in der Stormstadt Husum.

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist eines der letzten großen Wildnisgebiete in Europa. Im Juni 2009 ist es zusammen mit dem Wattenmeer vor der niedersächsischen und der niederländischen Küste in die UNESCO-Liste der Weltnaturerbestätte aufgenommen worden.

Das Festival möchte daher unter dem Motto „Welterbe – Natur vom Feinsten“ die einzigartige Landschaftsvielfalt des Weltnaturerbes und anderer Schutzgebiete dieser Erde mit eindrucksvollen (Bild-)Vorträgen und herausragenden Ausstellungen dokumentieren.

Das Husumer Foto-Festival bietet aber wie schon in den Vorjahren auch die Möglichkeit, sich selbst fotografisch weiterzubilden. International und national bekannte Fotografen und Referenten vermitteln in ihren Workshops Grundkenntnisse der Fotografie, bieten Anregung und Raum für eigene Bildgestaltung. So lernen zum Beispiel die Teilnehmer, unscheinbare Details an Strand und Wegesrand zu entdecken und ins Bild setzen oder bekommen ein Gespür dafür vermittelt, wie man auch bewegte Objekte wie Vogelschwärme im Wattenmeer ästhetisch überzeugend fotografiert.

Foto: Florian Möllers

Die Workshops und Vorträge werden ergänzt durch fachkundige Fotomessen im Schloss vor Husum und im NABU-Naturzentrum im Katinger Watt, in denen namhafte Hersteller Neuigkeiten aus den Bereichen Fernoptik, Digiscopie und Fototechnik präsentieren.

Zwei qualitativ und kulturell hochwertige Ausstellungen im Husumer NordseeMuseum runden das Programm ab. Zu sehen sind die Siegerbilder des internationalen Foto-Wettbewerbs „Glanzlichter 2009“ sowie die außergewöhnlichen Ergebnisse der Ausschreibung „Europäischer Naturfotograf 2010“, die besonders durch ihre Authentizität bestechen, die verdeutlicht, wie behutsam und sensibel wir mit unserem Erbe, nämlich den unberührten Naturflächen auf unserem Planeten, umgehen sollten.

Ein weiteres Highlight des Festivals wird auch wieder der Fotowettbewerb sein, der natürlich thematisch passend das Weltnaturerbe Wattenmeer als Ausschreibungsmotto hat.

Gesucht werden die schönsten, stimmungsvollen und aussagekräftigsten Fotos, die die Einmaligkeit dieses Lebensraumes wiedergeben. Gefragt sind individuelle Sichtweisen, Bilder also, die die Wildnis, die Schönheit, die Tier- und Pflanzenwelt und die verborgenen Details dieses einzigartigen Naturraums Wattenmeer fotografisch umsetzen.

Den Gewinnern winken interessante Sachpreise wie ein Warengutschein im Wert von 500,- € von AC-Foto, ein Fotoflug über das Wattenmeer, ein Fotoseminar mit dem GEO-Fotografen Heinz Teufel sowie ein Wochenende auf der Insel Pellworm. Den prämierten Bildern des Wettbewerbes wird im Sommer 2011 eine eigene Ausstellung gewidmet.

Die Teilnahme ist natürlich gebührenfrei. Der Einsendeschluss ist der 31. März 2011. Ausschreibungsbedingungen und Teilnahmeunterlagen sind auf der Festivalwebsite, auf der auch das ausführliche Programm zu finden ist, abzurufen: http://www.foto-festival-nationalpark-wattenmeer.de .

Foto: Heinz Teufel

Weitere Informationen:

Foto-Festival Nationalpark Wattenmeer 29.April – 1. Mai 2011

Volkshochschule Husum e.V.; Theodor-Storm-Straße 2; 25813 Husum; Tel.: 04841 8359-0; Fax: 04841 8359-59; foto-festival@vhs-husum.de;

http://www.foto-festival-nationalpark-wattenmeer.de

Pressekontakt:

Dr. Katrin Schäfer; presse@foto-festival-nationalpark-wattenmeer.de; Tel.: 04841-939662

Freitag, 17. September 2010

Brahms-Konzert in Tönning

Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms in Tönning

Eine Musik der großen Gefühle ist das „Deutsche Requiem“ op. 45 von Johannes Brahms. Der Mensch und seine Empfindungen stehen im Mittelpunkt dieses Werkes. Vergänglichkeit, Trost, aber auch Zuversicht sind die zentralen Gedanken des Werkes. Am Sonntag, 10. Oktober um 19.30 Uhr, führen der Propsteikantatenchor Eiderstedt und die Hamburger Camerata unter Leitung von Kreiskantor Christian Hoffmann in der Tönninger St. Laurentiuskirche das Requiem auf.

Brahms komponierte das siebenteilige Werk in den Jahren 1865-1868. Er stellte aus verschiedenen Stellen des Alten und des Neuen Testaments einen eigenen Text in deutscher Sprache zusammen und schuf damit eine musikalische Totenfeier, bei der nicht die Bitte um Erlösung der Toten, sondern das Leid und der Trost der Hinterbliebenen im Mittelpunkt stehen. Das Werk, das in keine Gattungsschublade passt, führte den damals noch recht jungen Komponisten zu internationaler Anerkennung.

An diesem Abend wird ebenfalls ein Werk des lettischen Komponisten Peteris Vasks zu hören sein.

„Viatore (Wanderer) für Streichorchester“ beschreibt den Weg eines Menschen durch die Zeit. Die Werke Vasks, der zur Sowjetzeit auf Grund seines Glaubens und seiner künstlerischen Überzeugungen den Repressalien der russischen Kulturdoktrin ausgesetzt war, haben in den vergangenen Jahren große Anerkennung gefunden. Seine Ballette, Chöre und Instrumentalwerke werden inzwischen weltweit von namhaften Künstlern aufgeführt.

Der Propsteikantatenchor Eiderstedt mit seinen neunzig Sängerinnen und Sängern hat sich intensiv auf das Konzert vorbreitet. Der Chor blickt auf eine lange Tradition von Oratorienaufführungen und Chorkonzerten zurück, so konnten zum Beispiel zusammen mit der Husumer Stadtkantorei die C-Moll Messe von W.A. Mozart und im Jahr 2009 das gesamte Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zu viel beachteten Aufführungen gebracht werden.


Zwei Solisten aus Hamburg konnten für die Darbietung gewonnen werden. Die Oratoriensängerin Julia Barthe (Sopran) ist gefragte Solistin in den Hamburger Hauptkirchen und tritt auch im europäischen Ausland auf. Mathias Lüderitz (Bass) ist Gesangspädagoge an der Hamburger Musikhochschule und gefragter Solist im gesamten deutschen Raum.

Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Karten sind in den verschiedenen Kategorien zu Preisen von 8,-€ bis 25,-€ bei der Firma Hamkens in Tönning am Markt, Tel.: 04861/356, zu erhalten.

Beachten Sie auch die ab 2. Oktober laufende Ausstellung im Hotel Miramar (Tönning): Johannes Brahms – „Ein deutsches Requiem“: Ausstellung zur Aufführungsgeschichte des Brahmsschen Werkes (bis 21.11.2010). http://schaeferkultur.blogspot.com/2010/09/johannes-brahms-ein-deutsches-requiem.html

Montag, 13. September 2010

Johannes Brahms – „Ein deutsches Requiem“

Ausstellung zur Aufführungsgeschichte des Brahmsschen Werkes im Hotel Miramar


Die Ausstellung, die ab 2. Oktober im Tönninger Hotel Miramar zu sehen ist, beleuchtet mit einer umfangreichen Zahl von Exponaten die mehr als 140jährige Aufführungsgeschichte von Johannes Brahms (1833 – 1897) erhabenen Werk „Ein deutsches Requiem“. Traditionell wird es in Hamburg, der Geburtsstadt von Brahms, seit 1906 als sog. Bußtagskonzert aufgeführt.



Dieter Feldtmann, Mitglied der Hamburger Brahmsgesellschaft, hat zu der Geschichte dieser Hamburger Bußtagskonzerte eine Ausstellung konzipiert, die sich mit den verschiedenen Epochen, den Dirigenten, Solisten, Aufführungsorten und natürlich den musikalischen Interpretationen des Requiems beschäftigt und sie anhand von historischen Dokumenten veranschaulicht.

Es trifft sich, dass am 10.10.2010 ebendieses Stück in der Laurentius-Kirche Tönning vom Probstei-Kantatenchor Eiderstedt und der Hamburger Camerata unter der Leitung des Kreiskantors Christian Hoffmann dargeboten wird. Eine perfekte Ergänzung zweier sich gegenseitig befruchtender Veranstaltungen.

„Ein deutsches Requiem“ (op. 45) durchlebte - auch noch nach seiner Uraufführung am Karfreitag, dem 10. April 1868, im Bremer Dom mehrere Überarbeitungsphasen und brach erstmals mit der Tradition eines Requiems, das bis dahin als reine Totenmesse verstanden wurde. Brahms stellt jedoch nicht die Verstorbenen in den Mittelpunkt, sondern die trauernden Hinterbliebenen: ihnen, also den Lebenden, Trost zu spenden, war der Ansatz des Komponisten.


Seinen profunden Bibelkenntnisse ist es zu verdanken, dass Brahms für den Text explizit Stellen aus dem Neuen und Alten Testament auswählen konnte, die sich mit den Themenkomplexen „Trost für die Trauernden“, „Linderung des Schmerzes“ bis hin zur Anerkennung des Todes als Teil des Lebens beschäftigen. Und er tat dies auf Deutsch; für damalige Verhältnisse ein Wagnis, denn bisher folgte ein Requiem streng dem lateinischen Text der katholischen Liturgie.

Die in der Ausstellung dargestellte Geschichte der Hamburger Bußtagskonzerte ist, obwohl sie vorwiegend auf Hamburg ausgerichtet ist, dennoch ein Spiegel der gesamten Brahms-Requiem-Rezeption der letzten 100 Jahre. Nicht nur für Musik- und Brahmsliebhaber ist es spannend, zu verfolgen, wie die unterschiedlichen Interpretationen und Aufführungsarten ein Werk beeinflussen können und wie unterschiedlich es von Publikum und Kritik aufgenommen wird.

1897 schrieb ein Rezensent der „Hamburger Nachrichten“: „Das deutsche Requiem wird wahrscheinlich jenes Werk sein, mit dem Brahms in die kommenden Jahrhunderte hinüberlebt“. Mit dieser Prognose behielt er recht; die Uraufführung machte Brahms quasi über Nacht berühmt und der bis heute ungebrochene Erfolg des Stücks liegt sicher daran, dass die Einfühlsamkeit des Stückes wie kaum ein anderes beweist, dass Musik tröstend wirken kann.

Die Ausstellung wird ergänzt durch einige künstlerische Interpretationen der KUKI-Kinder, die unter der Anleitung der Kunstpädagogin Regina Janzen entstanden sind.

Eröffnung: 2.10.2010, 17 Uhr; im Anschluss besteht die Möglichkeit, das 3-Gänge-Menü „Essen wie Brahms“ im Restaurant Windrose zu genießen (Reservierung unter: 04861-9090)

Einführung in die Ausstellung: Prof. Dr. Karl-Heinz Reinfandt (Musikwissenschaftler, Universität Kiel)

Musikalische Begleitung: Christian Hoffmann und Asmus Winter.

Dauer der Ausstellung: 2.10.2010. – 21.11.2010

Öffnungszeiten: tägl. 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr.

Hotel Miramar, Westerstr. 21, 25832 Tönning, Tel.: 04861-9090. http://nordsee-hotel-miramar.de/

Mittwoch, 8. September 2010

Der Schimmelreiter

Theodor Storms bekannteste Novelle "Der Schimmelreiter" steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Storm-Tagung in Husum.
http://www.storm-gesellschaft.de/?seite=44444

Aus diesem Anlass präsentierte gestern Jens Rusch in der Husumer Buchhandlung Weiland seinen "Illustrierten Schimmelreiter".



Signierte Exemplare sind in der Buchhandlung und am Samstag, 11.9.2010, zur Mitgliederversammlung und zum Festvortrag der Stormtagung an einem eigenen Stand in der Aula der Hermann-Tast-Schule erhältlich!

Weitere Informationen zu den Schimmelreiter-Illustrationen finden Sie hier:
http://www.jens-rusch.de/index.php/Schimmelreiter
sowie beim Deich-Verlag:
http://deich-verlag.de/index.php?id=schr

Dienstag, 31. August 2010

Pole-Poppenspäler-Tage in Husum




Husum lässt auch in diesem Jahr wieder die Puppen tanzen. Mit dem 27. Internationale Figurentheater Festival, den Pole-Poppenspäler-Tagen, wird die Stadt zu einer Schaustätte zahlreicher renommierter Bühnen aus Deutschland, Belgien oder Luxemburg und beschwört mit bezaubernden Aufführungen eine bisweilen nostalgische Atmosphäre herauf, wie sie mancher noch aus Kindertagen kennt.

Rund 60 Veranstaltungen bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein abwechslungsreiches, dichtes Programm, in dem man alten Bekannten aus Märchentagen, Helden der Kindheit oder Klassikern aus Literatur und Film begegnet.

Als Auftakt lädt mit kabarettistischem Flair das KOBALT Figurentheater am 11.9. an den Wolfgangsee zum Mitsingen ins „Weiße Rössl“ ein.



Ebenfalls fast schon ein Muss für das erwachsene Publikum werden z.B. die Stücke über das ungleiche Liebespaar „Harold und Maude“ (Dornerei Theater) oder das musikalische Ausnahmetalent Elias in „Schlafes Bruder“ (Theatrium, Bremen) sein. Auch Tolstois „Anna Karenina“ - zu Ehren des 100. Geburtstags des Autors ins Programm aufgenommen – und das musikalische Schattenstück „Peter und der Wolf“ werden nicht nur Klassik-Liebhaber begeistern.

Kleine Figurentheaterfreunde (und natürlich auch die Großen) dürfen sich auf zahlreiche Ausflüge in die Märchen- und Kinderbuchwelt freuen. Man trifft hier den „Kleinen Häwelmann“ in Rosi Lampes Inszenierung, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (FANTASIE-theater), Tom Sawyer und seinen Freund Huckleberry Finn; Michel aus Lönneberga erfreut mit seinen Streichen und Einfällen, der „Kleine Muck“ entführt in die Welt des Orients und die Märchen der Gebrüder Grimm erstehen zu neuem Leben mit Rotkäppchen, dem tapferen Schneiderlein oder dem gestiefelten Kater.



Wie immer sind alle Stücke mit Liebe und Raffinesse inszeniert, oftmals gewürzt mit musikalischen Einsätzen wie beispielsweise „Boulevard of broken Stars“, ein virtuoses Figurenmusiktheater, das den Zuschauer mit einer genialen Mischung aus Live-Musik und Marionettentheater überrascht. Eine Würdigung erfährt auch die Sängerin und Schauspielerin Zarah Leander in „Liebt mich!“ und nicht 100%ig jugendfrei, dafür aber umso lustvoller dürfte der Struwwelpeter in der unzensierten Form des Krokodiltheaters Tecklenburg werden.

Ein umfangreiches Zusatzprogramm bereichert das Festival mit vielerlei kulturellen Aspekten. So zeigt das Kino Center Husum z.B. die Welturaufführung des Films „Auf den Spuren Pole Poppenspälers - Internationales Figurentheater Festival“, eine Projektarbeit über Historie und Hintergründe des Festivals des Filmemachers Martin Tiefensee und des Redakteurs Rüdiger Otto v. Brocken (14.9.). Außerdem laufen im Schloss vor Husum und der Galerie Lüth (Schobüll) Ausstellungen mit Arbeiten des Grafikers Falko Behrendt, der sich mit „Pauls Puppen I u. II“ in einer künstlerischen Hommage doppeldeutig auf Paul (= Pole) Poppenspäler und auf Paul Klee bezieht, der einst selbst für seine Kinder Spielfiguren bastelte.


„Pole Poppenspäler Tage“ 27. Internationales Figurentheater Festival. 11.-19 September 2010.

Programm und Karten: 04841-63242 begin_of_the_skype_highlighting 04841-63242 end_of_the_skype_highlighting.

www.pole-poppenspaeler.de

Poppenspäler Museum: Erichsenweg 23, am Schlosspark, 25813 Husum; tägl. (außer Sa.) 14-17 Uhr; Mo., Di., Fr. u. Sa. 10-12 Uhr.

Dienstag, 10. August 2010

Rungholt taucht auf! Rungholttage auf Nordstrand.



Eine Ausstellung mit surrealistischen Interpretationen des Dithmarscher Künstlers Hadi Knütel und einer Bilddokumentation über den Rungholt-Forscher Andreas Busch

Rungholt – was ist das eigentlich? Ein Mythos oder Realität? Es ist beides. Rungholt bewegt sich zwischen mythischer Verklärung, historischer Forschung und der Interpretation durch Künstler und Dichter.

Und genau dieser Spur folgt die aktuelle Ausstellung, die in der Galerie „Lat di tid“ und der „Nordstrander Teestuv“ (Nordstrander Töpferei) und außerdem im Inselmuseum Nordstrand zu sehen ist und zeitgleich mit den 3.Nordstrander Rungholttagen (27.8.-29.8.2010; http://www.rungholttage-nordstrand.de) eröffnet wird.



Die Ausstellung „Rungholt taucht auf!“ setzt sich aus zwei Schwerpunkten zusammen. Da ist zunächst einmal das historische Rungholt, eine friesische Siedlung, Hauptort der Verwaltungsgemeinde Edomsharde, gelegen ungefähr zwischen dem heutigen Pellworm und der Halbinsel Nordstrand. Die mittelalterliche Siedlung, die für damalige Verhältnisse durchaus wohlhabend war, ging mit der ersten großen Mandränke von 1362 unter. Seitdem ranken sich Sagen und Legenden um diesen Ort, der angeblich durch ein göttliches Strafgericht vernichtet wurde, weil seine Bewohner Gott lästerten. Rungholt wurde dadurch sozusagen zu einem Atlantis des Nordens.

Daher bilden die Funde und Beobachtungen des Nordstrander Rungholt-Entdeckers Andreas Busch den einen Ausstellungsaspekt, der ergänzend zur Dauerausstellung im Inselmuseum Nordstrand gezeigt wird. Am 16. Juni 1921 fand Busch erste Spuren der Rungholt-Siedlung. Er selbst hat seine Forschungsarbeit in zahlreichen Fotografien dokumentiert, die heute als Nachlass im Husumer NordseeMuseum liegen. Für die Ausstellung wurden Reproduktionen der Originalfotos zu informativen Schautafeln zusammengestellt – eine kleine Hommage an einen anerkannten und geehrten Heimatforscher, dessen Nachfahren heute z.T. noch auf Nordstrand leben.


Hadi Knütel (*1964), freier Künstler aus Dithmarschen, hat sich Rungholt auf ganz individuelle Weise angenähert. In dieser Mischung aus Realität und Sagenhaftigkeit von Rungholt fand er als Mensch der Küste schier unerschöpfliche künstlerische Anregungen. Seine Arbeiten werden in der Galerie und der Teestuv der Nordstrander Töpferei gezeigt.



Als surreal arbeitender Maler reizte ihn auch „das fantastische Drumherum“, wie er selbst sagt: „Das Spiel mit Oben (auf der Wasseroberfläche) und Unten (auf dem Meeresgrund); die Fragen: Was für Ängste, Gedanken oder Vorkehrungen gab es unter der Bevölkerung? Wie empfinden die versunkenen Rungholter ihr „postrungholter“ Dasein“? Aus diesen durchaus konkreten Themen ergaben sich nach und nach Bilder, die den Betrachter faszinieren, aber bisweilen auch verstören, weil sie sich in einem Schwebezustand zwischen Wirklichkeit und Fiktion befinden. Knütels Bilder, manchmal zart und verspielt, manchmal eindringlich und mit beinahe mahnendem Charakter, lassen viel Platz für Interpretationen. Und wenn man sich auf sie einlässt, so sieht man Rungholt tatsächlich wieder auftauchen.

Eine Ausstellung also, die sowohl Historikern als auch Kunstfreunden Anreiz für neue Rungholt-Ansätze liefern dürfte.


Dauer der Ausstellung: 27.8. – 10.10.2010.


Öffnungszeiten:

Die Ausstellung ist während der Geschäftszeiten der „Nordstrander Töpferei“ und der „Nordstrander Teestuv“ zu besichtigen.

Inselmuseum: MO-DO von 8-12 Uhr und von 14-16 Uhr und FR 8-12 Uhr. Am Wochenende ist das Museum geschlossen. In der Zeit vom 15. Juli bis zum 31. August: MO-DO von 8-17 Uhr und FR von 8-18 Uhr.

Nordstrander Töpferei/Galerie „Lat di tid“, Süden 42, 25845 Nordstrand, Tel.: 04842-400 begin_of_the_skype_highlighting 04842-400 end_of_the_skype_highlighting, http://www.nordstrander-toepferei.de

Nordstrander Teestuv, Süden 42, 25845 Nordstrand, Tel.: 04842-8218.

http://teestuv.fff-nordstrand.de/

Inselmuseum (im Gebäude der Kurverwaltung), Schulweg 4, 25845 Nordstrand.

http://www.nordstrander-heimatverein.de; http://www.nordstrand.de