Dienstag, 31. August 2010

Pole-Poppenspäler-Tage in Husum




Husum lässt auch in diesem Jahr wieder die Puppen tanzen. Mit dem 27. Internationale Figurentheater Festival, den Pole-Poppenspäler-Tagen, wird die Stadt zu einer Schaustätte zahlreicher renommierter Bühnen aus Deutschland, Belgien oder Luxemburg und beschwört mit bezaubernden Aufführungen eine bisweilen nostalgische Atmosphäre herauf, wie sie mancher noch aus Kindertagen kennt.

Rund 60 Veranstaltungen bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein abwechslungsreiches, dichtes Programm, in dem man alten Bekannten aus Märchentagen, Helden der Kindheit oder Klassikern aus Literatur und Film begegnet.

Als Auftakt lädt mit kabarettistischem Flair das KOBALT Figurentheater am 11.9. an den Wolfgangsee zum Mitsingen ins „Weiße Rössl“ ein.



Ebenfalls fast schon ein Muss für das erwachsene Publikum werden z.B. die Stücke über das ungleiche Liebespaar „Harold und Maude“ (Dornerei Theater) oder das musikalische Ausnahmetalent Elias in „Schlafes Bruder“ (Theatrium, Bremen) sein. Auch Tolstois „Anna Karenina“ - zu Ehren des 100. Geburtstags des Autors ins Programm aufgenommen – und das musikalische Schattenstück „Peter und der Wolf“ werden nicht nur Klassik-Liebhaber begeistern.

Kleine Figurentheaterfreunde (und natürlich auch die Großen) dürfen sich auf zahlreiche Ausflüge in die Märchen- und Kinderbuchwelt freuen. Man trifft hier den „Kleinen Häwelmann“ in Rosi Lampes Inszenierung, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (FANTASIE-theater), Tom Sawyer und seinen Freund Huckleberry Finn; Michel aus Lönneberga erfreut mit seinen Streichen und Einfällen, der „Kleine Muck“ entführt in die Welt des Orients und die Märchen der Gebrüder Grimm erstehen zu neuem Leben mit Rotkäppchen, dem tapferen Schneiderlein oder dem gestiefelten Kater.



Wie immer sind alle Stücke mit Liebe und Raffinesse inszeniert, oftmals gewürzt mit musikalischen Einsätzen wie beispielsweise „Boulevard of broken Stars“, ein virtuoses Figurenmusiktheater, das den Zuschauer mit einer genialen Mischung aus Live-Musik und Marionettentheater überrascht. Eine Würdigung erfährt auch die Sängerin und Schauspielerin Zarah Leander in „Liebt mich!“ und nicht 100%ig jugendfrei, dafür aber umso lustvoller dürfte der Struwwelpeter in der unzensierten Form des Krokodiltheaters Tecklenburg werden.

Ein umfangreiches Zusatzprogramm bereichert das Festival mit vielerlei kulturellen Aspekten. So zeigt das Kino Center Husum z.B. die Welturaufführung des Films „Auf den Spuren Pole Poppenspälers - Internationales Figurentheater Festival“, eine Projektarbeit über Historie und Hintergründe des Festivals des Filmemachers Martin Tiefensee und des Redakteurs Rüdiger Otto v. Brocken (14.9.). Außerdem laufen im Schloss vor Husum und der Galerie Lüth (Schobüll) Ausstellungen mit Arbeiten des Grafikers Falko Behrendt, der sich mit „Pauls Puppen I u. II“ in einer künstlerischen Hommage doppeldeutig auf Paul (= Pole) Poppenspäler und auf Paul Klee bezieht, der einst selbst für seine Kinder Spielfiguren bastelte.


„Pole Poppenspäler Tage“ 27. Internationales Figurentheater Festival. 11.-19 September 2010.

Programm und Karten: 04841-63242 begin_of_the_skype_highlighting 04841-63242 end_of_the_skype_highlighting.

www.pole-poppenspaeler.de

Poppenspäler Museum: Erichsenweg 23, am Schlosspark, 25813 Husum; tägl. (außer Sa.) 14-17 Uhr; Mo., Di., Fr. u. Sa. 10-12 Uhr.

Dienstag, 10. August 2010

Rungholt taucht auf! Rungholttage auf Nordstrand.



Eine Ausstellung mit surrealistischen Interpretationen des Dithmarscher Künstlers Hadi Knütel und einer Bilddokumentation über den Rungholt-Forscher Andreas Busch

Rungholt – was ist das eigentlich? Ein Mythos oder Realität? Es ist beides. Rungholt bewegt sich zwischen mythischer Verklärung, historischer Forschung und der Interpretation durch Künstler und Dichter.

Und genau dieser Spur folgt die aktuelle Ausstellung, die in der Galerie „Lat di tid“ und der „Nordstrander Teestuv“ (Nordstrander Töpferei) und außerdem im Inselmuseum Nordstrand zu sehen ist und zeitgleich mit den 3.Nordstrander Rungholttagen (27.8.-29.8.2010; http://www.rungholttage-nordstrand.de) eröffnet wird.



Die Ausstellung „Rungholt taucht auf!“ setzt sich aus zwei Schwerpunkten zusammen. Da ist zunächst einmal das historische Rungholt, eine friesische Siedlung, Hauptort der Verwaltungsgemeinde Edomsharde, gelegen ungefähr zwischen dem heutigen Pellworm und der Halbinsel Nordstrand. Die mittelalterliche Siedlung, die für damalige Verhältnisse durchaus wohlhabend war, ging mit der ersten großen Mandränke von 1362 unter. Seitdem ranken sich Sagen und Legenden um diesen Ort, der angeblich durch ein göttliches Strafgericht vernichtet wurde, weil seine Bewohner Gott lästerten. Rungholt wurde dadurch sozusagen zu einem Atlantis des Nordens.

Daher bilden die Funde und Beobachtungen des Nordstrander Rungholt-Entdeckers Andreas Busch den einen Ausstellungsaspekt, der ergänzend zur Dauerausstellung im Inselmuseum Nordstrand gezeigt wird. Am 16. Juni 1921 fand Busch erste Spuren der Rungholt-Siedlung. Er selbst hat seine Forschungsarbeit in zahlreichen Fotografien dokumentiert, die heute als Nachlass im Husumer NordseeMuseum liegen. Für die Ausstellung wurden Reproduktionen der Originalfotos zu informativen Schautafeln zusammengestellt – eine kleine Hommage an einen anerkannten und geehrten Heimatforscher, dessen Nachfahren heute z.T. noch auf Nordstrand leben.


Hadi Knütel (*1964), freier Künstler aus Dithmarschen, hat sich Rungholt auf ganz individuelle Weise angenähert. In dieser Mischung aus Realität und Sagenhaftigkeit von Rungholt fand er als Mensch der Küste schier unerschöpfliche künstlerische Anregungen. Seine Arbeiten werden in der Galerie und der Teestuv der Nordstrander Töpferei gezeigt.



Als surreal arbeitender Maler reizte ihn auch „das fantastische Drumherum“, wie er selbst sagt: „Das Spiel mit Oben (auf der Wasseroberfläche) und Unten (auf dem Meeresgrund); die Fragen: Was für Ängste, Gedanken oder Vorkehrungen gab es unter der Bevölkerung? Wie empfinden die versunkenen Rungholter ihr „postrungholter“ Dasein“? Aus diesen durchaus konkreten Themen ergaben sich nach und nach Bilder, die den Betrachter faszinieren, aber bisweilen auch verstören, weil sie sich in einem Schwebezustand zwischen Wirklichkeit und Fiktion befinden. Knütels Bilder, manchmal zart und verspielt, manchmal eindringlich und mit beinahe mahnendem Charakter, lassen viel Platz für Interpretationen. Und wenn man sich auf sie einlässt, so sieht man Rungholt tatsächlich wieder auftauchen.

Eine Ausstellung also, die sowohl Historikern als auch Kunstfreunden Anreiz für neue Rungholt-Ansätze liefern dürfte.


Dauer der Ausstellung: 27.8. – 10.10.2010.


Öffnungszeiten:

Die Ausstellung ist während der Geschäftszeiten der „Nordstrander Töpferei“ und der „Nordstrander Teestuv“ zu besichtigen.

Inselmuseum: MO-DO von 8-12 Uhr und von 14-16 Uhr und FR 8-12 Uhr. Am Wochenende ist das Museum geschlossen. In der Zeit vom 15. Juli bis zum 31. August: MO-DO von 8-17 Uhr und FR von 8-18 Uhr.

Nordstrander Töpferei/Galerie „Lat di tid“, Süden 42, 25845 Nordstrand, Tel.: 04842-400 begin_of_the_skype_highlighting 04842-400 end_of_the_skype_highlighting, http://www.nordstrander-toepferei.de

Nordstrander Teestuv, Süden 42, 25845 Nordstrand, Tel.: 04842-8218.

http://teestuv.fff-nordstrand.de/

Inselmuseum (im Gebäude der Kurverwaltung), Schulweg 4, 25845 Nordstrand.

http://www.nordstrander-heimatverein.de; http://www.nordstrand.de