Sonntag, 30. Januar 2011

Neuer Hausherr auf "Schloss Hoyerswort"




Das Herrenhaus Hoyerswort liegt im Herzen von Eiderstedt. Liebevoll als „Schloss“ bezeichnet, konnte das kulturelle Potential dieses architektonischen Kleinods, das 1594 vom Staller Caspar Hoyer erbaut wurde und seit 1771 im Besitz der Familie Hamkens war, nur unzureichend ausgeschöpft werden.

Ende 2010 bekam das denkmalgeschützte Kulturdenkmal nun einen neuen Besitzer. Alfred Jordy, der zuletzt mit seiner Frau die Marschentöpferei auf Sylt betrieb, möchte Hoyerswort aus seinem kulturellen Dornröschenschlaf erwecken. Ziel ist es, Hoyerswort zu einem touristischen Anziehungspunkt für ein überregionales Publikum zu machen.

Bereits 2009 hatte sich Jordy in das Anwesen verliebt, ausschlaggebend für den Kauf war dann aber die Trennung von seiner Frau und der Verkauf seines Sylter Hauses. Es war Zeit für einen Neubeginn. Erworben hat er das Herrenhaus zusammen mit vielen historischen Möbeln, einer Bibliothek, dem umgebenden „Schlossgarten“ mit dem Wassergraben, Weideland und dem reetgedeckten Haubarg von 1704 sowie 16 Mutterschafen, einigen Ziegen und Hängebauchschweinen der Vorbesitzer. Hier trifft sozusagen herrschaftliches Ambiente auf rustikales Landleben.


Natürlich will der neue Hausherr auf Hoyerswort nicht nur wohnen, sondern auch seinen Beruf ausüben und – als oberste Priorität – zunächst seine Töpferwerkstatt einrichten. Der Schwerpunkt seiner kunsthandwerklichen Tätigkeit liegt in der Herstellung handbemalter Wandfliesen nach klassischer holländischer Tradition sowie der Fertigung von Garten- und Dekorationskeramik. Der repräsentative Eingangsbereich mit dem herrschaftlichen Portal wird dazu in einen Laden verwandelt; gleich nebenan können die Gäste in einem kleinen Cafe die Renaissance-Atmosphäre bei Kaffee, Tee und Friesentorte genießen. Im ersten Stock will Jordy ein Museum einrichten, das nicht nur die wechselhafte Geschichte von Hoyerswort mit seinen Sagen und Legenden (z.B. "Vom Teufel und der Tänzerin") und seinen Bewohnern erzählen soll (Caspar Hoyer, Anna Ovena Hoyers), sondern auch die Regionalgeschichte Eiderstedts beleuchtet. Schließlich siegten in unmittelbarer Nähe im Jahr 1252 die Friesen über die Dänen und 1713 wurde auf Hoyerswort die Kapitulation der schwedischen Truppen besiegelt.

Schritt für Schritt soll das gesamte Anwesen behutsam renoviert werden; so liegen für den als Stall genutzten Haubarg Pläne zum Aus- und Umbau in ein Restaurant vor. Auch ein Investor hat sein Interesse bereits signalisiert.

Vieles aber will Alfred Jordy in Eigenleistung erbringen; mehrere historische Häuser hat er schon saniert und daher das Potential des Herrenhauses und seiner zentralen Lage erkannt. 4 Ferienwohnungen werden auch weiterhin „Urlaub auf dem Land(sitz)“ erlauben und das touristische Angebot abrunden.


Noch liegt viel Arbeit vor Alfred Jordy: der Renovierungsstau muss behoben werden, Fördermöglichkeiten geprüft und beantragt werden, Vermarktungs- und Nutzungsstrategien ausgelotet werden.

Aber die einzigartige Ausstrahlung von Hoyerswort hat ihn so verzaubert, dass er der Eröffnung von Töpferei, Laden und Cafe zu Pfingsten zuversichtlich entgegensieht und sich auf viele interessierte Besucher freut.

„Herrenhaus Hoyerswort“ – Museum, Cafe, Keramik. Marschentöpferei Jordy GmbH, Hoyerswort, 25870 Oldenswort, Tel.: 015120469177;

http://www.hoyerswort.de; http://www.marschentoepferei.de

Eröffnung: Pfingsten 2011, Öffnungszeiten: April – Oktober: Di. – Sa.: 11-18 Uhr.