Freitag, 22. April 2011

Bio-Restaurant "Zur alten Schule" in Tönning

Das Biohotel Miramar auf der Halbinsel Eiderstedt liegt nur wenige Schritte vom historischen Tönninger Marktplatz und dem idyllischen Hafen entfernt. Das Gebäude, das eine lange Geschichte hat, wurde vor über 10 Jahren von Uwe Peters, der auch heute noch der Direktor ist, modernisiert und zu einem Hotel mit besonderem Flair ausgebaut, das norddeutsche Tradition mit einem beinahe mediterranen Ambiente verbindet.

Seit Frühjahr dieses Jahres hat es zudem als einziges Hotel in Schleswig-Holstein die Bio-Zertifizierung. Ein Plus für die Gäste, denn auch das angeschlossene Restaurant, das viele noch unter dem Namen „Windrose“ kennen, präsentiert sich nun als Restaurant „Zur Alten Schule“ und beschreitet auch kulinarisch mit dem Küchenchef Thomas Warnsholdt neue Wege.

Warnsholdt ist, wie er selbst sagt, ein Koch mit Leib und Seele. Es werden ausschließlich kontrolliert biologische Produkte verwendet und zudem auf regionale und saisonale Angebote geachtet. Der konsequente Verzicht auf Geschmacksverstärker wie Glutamat oder Hefeextrakt zeigt, dass hier auf hohem, ökologischen Niveau gekocht wird. Geschmacklich wird das Essen abgerundet mit frischen Kräutern oder exklusiven Biogewürze (z.B. Sonnentor). Die Speisekarte wird in regelmäßigen Abständen neu aufgelegt, um dem saisonalen Anspruch gerecht zu werden. Zu Ostern darf man sich auf eine neue, kreative Auswahl freuen. Die Karte ist zudem erfreulich übersichtlich und überzeugt mit seiner kleinen, aber feinen Auswahl, die Fisch- und Fleischliebhaber genauso anspricht wie Vegetarier und die kleinen Biogäste.

Zusammen mit dem Foodfotografen Mike Hofstetter haben Thordis Krieger und Katrin Schäfer das neue Restaurant getestet. Man kann es an dieser Stelle schon vorweg nehmen: mit positivem Ergebnis.

Das beginnt schon mit dem kleinen Gruß aus der Küche, selbstgebackenes Brot mit einer leckeren Buttercreme, frisch gekräutert.

Als Vorspeise bietet sich ein kleiner, gemischter Salat für 3,50 € an – es dominieren saisonale Salate, frische Sprossen und ein edles Dressing auf Senfbasis.

Da das Restaurant auch über eine ansprechende Auswahl an vegetarischen Gerichten verfügt, testen wir den Eiderstedter Schafskäse im Pumpernickelmantel an Rote Beete Glace mit Salatbukett und Möhrenbrot. Auch das Möhrenbrot ist wieder selbstgebacken; es ist locker und außen knusprig, der Möhrengeschmack unterstreicht das Aroma dieses Landbrotes. Die Pumpernickelkruste gibt dem Schafskäse, der übrigens ganz wunderbar seine Konsistenz behalten hat, dieses „gewisse Etwas“. Für 10,90 € kann man auch über den Preis nicht meckern.

Aus der Kategorie „Vom Land und Meer“ entscheiden wir uns diesmal für die Lammkeule auf Blattspinat an Rosmarin-Honigjus und Gratinkartoffeln - mit 17,90 € schon im obersten Preissegment aller Angebote. Elegant aufgeschnittene Lammscheiben mit gefächerten saisonalen Gemüsen und einem Blattspinatbett, dem man die Blätter auch noch ansieht - so kann auch das Fleischgericht überzeugen.


Liebevoll angerichtet mit einem 2-farbigem Schoko-Schmetterling und fast schon zu schade, um es zu essen, kommt der Nachtisch daher: Marmoriertes Schokoladenmousse auf Apfelkompott für 6,60 €. Das Positive am Dessert: diese klassische, französische Nachspeise im Schokoladendopppelpack punktet durch ihr angenehmes „mouth feeling“ und die Tatsache, dass vor allem das herbe Aroma der Schokolade hervorsticht und nicht, wie so oft, eine klebrige Süße. Statt Apfelkompott wurde uns aus Versehen Birnenkompott gereicht, das geschmacklich nicht überzeugte, ein Hauch mehr an Vanille oder Zimt hätte die köstliche Mousse au Chocolat sicherlich veredelt.


Ein kleines Manko sind die Getränke; aber auch in diesem Sektor wird eine Umstrukturierung zu biologischen Getränken angestrebt. Momentan liegen die Preise z.B. für ein Mineralwasser bei 2,20 €, für ein Glas Rotwein um die 4 €.

Fazit: die Preise sind moderat und angesichts der hohen Qualität beinahe zu niedrig angesetzt. Die Präsentation der Speisen macht Lust auf mehr und so gehen Optik und Geschmack eine perfekte und harmonische Verbindung ein. Dem Motto von Küchenchef Thomas Warnsholdt wird also tatsächlich entsprochen: „Wenn wir eine Mahlzeit zubereiten, sei es für uns alleine, für die Familie, Freunde oder für Sie, liebe Gäste, dann nehmen wir uns die Zeit und widmen uns diesem Tun. Kochen wird so für uns zu einer meditativen Handlung und diese innere Haltung wird auch im Essen zu spüren sein."

Noch eine Bemerkung am Schluss: Das Biohotel ist behindertengerecht und bietet neben einer Reihe von Spezialarrangements für Einzelreisende oder Familien auch den optimalen Rahmen für Tagungen und Festveranstaltungen.

Seit einigen Jahren fühlt sich das Biohotel Miramar auch der Förderung von Kunst und Kultur verpflichtet und präsentiert mehrmals im Jahr Ausstellungen regionaler und international bekannter Künstler. Aktuell (noch bis 29.4.) ist die Ausstellung des Fotografen Michael Ruff „Landluft“ zu sehen.


Biohotel Miramar, Westerstr.
21, 25832 Tönning, Tel.: 04861-9090

http://www.biohotel-miramar.de

https://www.facebook.com/pages/Biohotel-Miramar/135312629871499?sk=wall


Fotos: Mike Hofstetter:
http://www.mike-hofstetter-photography.de/

Donnerstag, 7. April 2011

Fotofestival Nationalpark Wattenmeer in Husum

Am 29. April 2011 startet das vierte Foto-Festival Nationalpark Wattenmeer mit Vorträgen, Workshops, Ausstellungen und einer Fotomesse in der Stormstadt Husum.

Martin Stock: Festival-Titelbild

Das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer ist eines der letzten großen Wildnisgebiete in Europa. Überwältigende Wolkenspiele, der ständige Wechsel des Landschaftsbildes durch Ebbe und Flut, das ungezähmte Meer mit seiner endlosen Weite und eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt machen diesen Nationalpark zu einem wahren Eldorado für Fotografen.

Das Festival möchte daher unter dem Motto „Welterbe – Natur vom Feinsten“ die einzigartige Landschaftsvielfalt des Weltnaturerbes und anderer Schutzgebiete dieser Erde mit eindrucksvollen (Bild-)Vorträgen und herausragenden Ausstellungen dokumentieren.


Die Organisatoren des Festival: (v.l.): Hans-Peter Schweger, Dr. Günter Klatt, Dr. Martin Stock

Am Freitagabend wird das Festival im Kino-Center Husum eröffnet mit einem Vortrag über die Bilder der 69 besten Naturfotografen Europas, die im Auftrag von „Wild Wonders of Europe“ 48 Länder bereisten und die Schönheit des europäischen Naturerbes in einmaligen Bildern festhielten. Florian Möllers, einer der drei Initiatoren des Projektes, entführt die Zuschauer dabei in die beeindruckende Welt der letzten Wildnisgebiete Europas.

Die Blockveranstaltung am Samstag im Rittersaal (Schloss vor Husum) zeigt mit drei Bildvorträgen die Lebensräume anderer Nationalparks. Manfred und Gisela Delpho, zwei renommierte Naturfotografen, dokumentieren beispielsweise den Nationalpark Kellerwald-Edersee, der zusammen mit anderen Buchenwald-Nationalparks einen Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste gestellt hat. Zu einer Reise in die Dolomiten, die im letzten Jahr zusammen mit dem Wattenmeer Weltnaturerbe geworden sind, lädt der italienische Fotograf Alfred Eradi ein, der Mitglied der italienischen Naturfotogruppe Strix ist. Sandra Bartocha, Fotografin aus dem benachbarten Mecklenburg-Vorpommern, zeigt ihre kreative Sichtweise auf die Natur unter dem Motto „Atelier Natur“. Der musikalisch hinterlegte Bildvortrag bezaubert mit kleinen, abstrahierten Ausschnitten der Wirklichkeit.

Sandra Bartocha

Das Husumer Foto-Festival bietet aber wie schon in den Vorjahren auch die Möglichkeit, sich selbst fotografisch weiterzubilden. International und national bekannte Fotografen und Referenten vermitteln in ihren Workshops Grundkenntnisse der Fotografie, bieten Anregung und Raum für eigene Bildgestaltung. So lernen zum Beispiel die Teilnehmer unter Anleitung des Naturfotografen Markus Botzek unscheinbare Details an Strand und Wegesrand zu entdecken und ins Bild zu setzen. Mit dem Tier und Naturfotografen Florian Möllers, der auch Bildreportagen für die Zeitschrift GEO liefert, bekommt man ein Gespür dafür vermittelt, wie man auch bewegte Objekte wie Vogelschwärme im Wattenmeer ästhetisch überzeugend fotografiert. Hubertus Küppers vermittelt in seinen Workshops hingegen Grundkenntnisse der Digitalfotografie und der Bildbearbeitung („Adobe Lightroom“) und leitet die Teilnehmer zum bewussten Wahrnehmen und Sehen an – die Grundlage jeder Art von Fotografie. Einzelne Plätze bei diesen Workshops sind noch frei.

Florian Möllers

Die Workshops und Vorträge werden ergänzt durch eine fachkundige Fotomesse im Schloss vor Husum und im NABU-Naturzentrum im Katinger Watt, in denen namhafte Hersteller Neuigkeiten aus den Bereichen Fern- und Sportoptik, Digiscopie und Fototechnik präsentieren.

Zwei qualitativ und kulturell hochwertige Ausstellungen im Husumer NordseeMuseum und im Schloss vor Husum runden das Programm ab. Zu sehen sind die Siegerbilder des internationalen Foto-Wettbewerbs „Glanzlichter 2009“ sowie die außergewöhnlichen Ergebnisse der Ausschreibung „Europäischer Naturfotograf 2009“, die besonders durch ihre Authentizität bestechen, die verdeutlicht, wie behutsam und sensibel wir mit unserem Erbe, nämlich den unberührten Naturflächen auf unserem Planeten, umgehen sollten.

Am 30. April findet die Siegerehrung des ausgeschriebenen Fotowettbewerbs und des Fotoworkshops „Junge Blicke“, der in Zusammenarbeit mit der Leica-Akademie organisiert wurde, statt.

Die prämierten Bilder der Wettbewerbe werden vom 11. Juni bis 24. Juli im Biohotel Miramar in Tönning und vom 27.8. bis 9.10. im Haus des Kurgastes in Friedrichskoog in einer eigens konzipierten Ausstellung gezeigt.

Foto-Festival Nationalpark Wattenmeer 29.April – 1. Mai 2011.

http://www.foto-festival-nationalpark-wattenmeer.de .

Weitere Informationen:

Volkshochschule Husum e.V.; Theodor-Storm-Straße 2; 25813 Husum; Tel.: 04841 8359-0; Fax: 04841 8359-59; foto-festival@vhs-husum.de;

http://www.foto-festival-nationalpark-wattenmeer.de

Pressekontakt:

Dr. Katrin Schäfer; presse@foto-festival-nationalpark-wattenmeer.de; Tel.: 04841-939662