Samstag, 25. Juni 2011

Husum - mal in Schwarz und Weiß

Der Fotoclub Blende 13 zeigt neue Arbeiten im „Speicher Husum“

Der Husumer Fotoclub „Blende 13“ formierte sich im Jahr 2001. Eine Gruppe Fotobegeisterter wollte ihrem Hobby gemeinsam nachgehen, die „Jagd“ nach dem perfekten Motiv sozusagen im „Rudel“ antreten. Der Name – „Blende 13“ wurde dabei noch unter dem Eindruck der analogen Fotografie geprägt, denn dort gibt es eine Blendenzahl von 13 nicht; dies wird erst im Zeitalter der Digitalfotografie möglich und bezeichnet heute den Blendenbereich, mit der die sog. Schärfentiefe beginnt.
Zum 10jährigen Jubiläum zeigt die Gruppe nun vom 11. Bis 21. Juli ihr 11. Ausstellung, und zwar, wie schon einige Male zuvor, erneut im „Speicher Husum“.

Inzwischen hat sich ein fester Mitgliederstamm etabliert, die sich nicht nur einmal im Monat im „Speicher Husum“ zum Erfahrungsaustausch, zur Bildkritik und zur Vorbereitung von Ausstellungen trifft, sondern auch gemeinsame Foto-Exkursionen und Ausflüge unternimmt.
Die aktuell aktiven Mitglieder sind: Holger Hansen, Heinz Ihmann, Christian Jürgensen, Erika Maibaum, Helga Martens, Anna-Maria Rufin und Katrin Schäfer.


Seit 2003 findet jährlich mindestens eine Ausstellung statt, die meist unter einem bestimmten Motto steht; für die aktuelle Ausstellung wurde das Thema „Husum mal in Schwarz-Weiß!“ gewählt und zeigt, wie der Titel verrät, ausschließlich Schwarz-Weiß-Fotografien. Im digitalen Zeitalter wird die klassische s/w-Fotografie immer mehr vernachlässigt – zu Unrecht, denn sie erlaubt kontrastreiche Aufnahmen, die sich voll auf Motiv und Lichtverhältnisse konzentrieren, ohne durch Farbspiele abzulenken.
Husum, die „schwarz-weiße“ Stadt am Meer, stand im Mittelpunkt der Motivsuche. Die Ergebnisse zeigen sich vielschichtig: Altbekanntes, Vertrautes und typisch „Touristisches“ findet sich ebenso wie geheimnisvolle, rätselhafte Ecken, Luftaufnahmen, Storm in verschiedenen Ansichten, ungewohnte Perspektiven und Unscheinbares, das in der Detailsicht plötzlich überraschend wirkt. Selbst Ur-Husumer dürften von so manchem Foto überrascht sein.


Was die „Blende 13“ von anderen Fotoclubs unterscheidet, ist, dass sie sich ausschließlich als Gruppe präsentiert: die Ausstellung wird als Ganzes verstanden, als eine Einheit; es geht nicht um die Befriedigung persönlicher Eitelkeiten, sondern um das Konzept. Darum werden die Fotos weder betitelt noch mit dem Namen des jeweiligen Fotografen versehen. Der Besucher soll das einzelne Bild stets im Kontext der gesamten Ausstellung betrachten und genießen können.



Speicher Husum e.V., Hafenstr. 17, 25813 Husum
11. Juli bis 21. Juli
Mo.-Fr.: 14-18 Uhr, Sa./So.: 12-18 Uhr
Eintritt frei.
http://www.fotoclub-blende13.de
http://www.speicher-husum.de

Freitag, 3. Juni 2011

Watt für Entdecker

Kann man mit Seenadeln stricken? Was macht der Seehase zu Ostern? Warum sind Schollen platt? Wie kann ein Seestern ohne Kopf geradeaus gehen? Wozu braucht der Wattwurm einen Kopf und was ist überhaupt das Watt?

Rätselhafte Fragen, die nicht nur den kleinen Kalle umtreiben, der im Buch „Watt für Entdecker“ zusammen mit dem Seestern Asterias auf eine spannende Entdeckungsreise durch das Wattenmeer entführt wird. Der neue Band des Verlages, der für Kinder ab 6 Jahren konzipiert ist und Erzählabenteuer, witzige Illustrationen, dokumentarische Fotografien und einen unterhaltsamen, aber nicht minder lehrreichen Sachbuchteil miteinander verbindet, sieht sich quasi als Ergänzung zum Erfolgsbuch "Weltnaturerbe Wattenmeer". Ute Wilhelmsen ist auch diesmal wieder federführende Autorin und Martin Stock hat erneut eine Auswahl seiner „Wattenmeerzwerge“ beigesteuert. Ergänzt wird dieses bezaubernde Buch – das im Übrigen nicht nur Kinder begeistern und mit viel Wissenswertem überzeugen wird! – von der Illustratorin Susanne Wild und dem ebenfalls renommierten Unterwasser-Fotografen Dirk Schories.

Im ersten Buchteil reist Kalle – geschrumpft auf die Größe eines Seesterns – durch die Welt der Nordsee-Bewohner und lernt so seltsame Gestalten wie Seenadeln, Rennschnecken oder Seemäusen kennen und findet Merkwürdigkeiten wie Nixentäschchen, Seestachelbeeren und Mini-Surfbretter.

Im zweiten Teil werden dann alle Lebensformen, denen die beiden begegnet sind, mit beeindruckenden Fotos und liebenswürdigen Illustrationen erklärt. In kurzen, aber treffenden und kompetenten Sätzen werden die Besonderheiten der Fauna dieses außergewöhnlichen Naturraumes Kindern nahegebracht. Sie werden dabei selbst angeleitet, kleine Entdecker zu werden und Fragen zu stellen – Fragen, die man sich als Erwachsener nicht mehr zu stellen traut.

Geschickt wurden die beiden Teile – Abenteuer-Geschichte und Sachbuch – miteinander verwoben: zur besseren Orientierung führt nämlich der „Fragenwurm“ durch das Buch. Immer wenn auf Kalles Entdeckungsreise ein neues Geschöpf des Meeres auftaucht, dann meldet sich der Fragenwurm am Buchrand und verweist auf die jeweils erläuternde Textpassage, natürlich mit entsprechender Seitenzahl. Wer mag, kann also querlesen und hin- und herspringen. So wird auch das Lesen selbst zu einem unterhaltsamen Abenteuer und Kinder werden behutsam an diesen sensiblen Lebensraum herangeführt, ohne dass das Buch irgendwie belehrend wirkt.

Das Wattenmeer ist viel mehr „als ein Haufen Klackermatsch mit Würmern drin“, schließlich hat es im 2009 sozusagen die „Goldmedaille bei der Naturolympiade, den Nobelpreis der Natur“ erhalten und wurde in die UNESCO-Liste der Weltnaturerbestätte aufgenommen.

Ein Buch nicht nur für kleine Entdecker, sondern alle, die das Wattenmeer lieben und schon immer mal davon geträumt haben, selbst durch diese faszinierende Wasserwelt zu reisen; wenn auch nur in der Phantasie.

Watt für Entdecker. Texte: Wilhelmsen, Ute; Illustrationen: Wild, Susanne; Fotografien: Stock, Martin / Dirk Schories. Wachholtz-Verlag, Neumünster 2011. ISBN: 3 529 05351 1; 14,80 €.

Über die Autoren:

Ute Wilhelmsen ist Biologin und promovierte über die Überlebenskünstlers des Wattes, die Strandschnecken. Sie arbeitete als Wissenschaftsjournalistin unter anderem für GEO, die FAZ und den NDR. Zurzeit leitet sie die Text- und Bildredaktion beim Forschungszentrum DESY in Hamburg.

Susanne Wild studierte in Braunschweig und Kiel Grafik Design und lebt heute, nach mehrjähriger Selbständigkeit in Berlin, in Hamburg. Dort erzählt sie Geschichten in Bildern für Zeitschriften- und Buchverlage.

Martin Stock ist langjähriger Kenner des Wattenmeeres und leidenschaftlicher Fotograf.
Als promovierter Biologe arbeitete er in die Nationalparkverwaltung für das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer. Mit seinen fotografischen Arbeiten war er schon in zahlreichen Ausstellungen zu sehen.

Dirk Schories ist promovierter Meeresbiologe und Forschungstaucher; derzeit ist er als Dozent an der Universidad Austral de Chile tätig. Neben seinen Forschungsarbeiten fasziniert ihn seit fast 20 Jahren die Unterwasser-Fotografie; auch die Unterwasserwelt der Nord- und Ostsee hat er in verschiedenen Projekten erforscht und fotografiert.